Geschichte der Bahnhofsmission

In Kreiensen seit 1934

Frauen gründeten vor über 110 Jahren in Berlin die erste Bahnhofsmission, um jungen Mädchen vom Lande zu helfen, die auf den Bahnhöfen ankamen und orientierungslos waren. Die Frauen schlössen sich zu Hilfevereinigungen zusammen, die zunächst konfessionell getrennt als evangelische, katholische und jüdische Vereine arbeiteten.

Seit 100 Jahren arbeiten die beiden christlichen Organisationen ökumenisch zusammen!

Im Rückblick auf das Wirken der Bahnhofsmission ist immer auch ein Stück Zeitgeschichte abzulesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es die großen Flüchtlingsströme, die auf den Bahnhöfen ankamen. Später brauchten die Rentnerinnen und Rentner aus der DDR Hilfe und im November 1989 die vielen Neugierigen, die zum ersten Mal in den Westen reisen konnten. Die Aussiedlerinnen und Aussiedler, die von den zentralen Anlaufstellen auf verschiedene Bundesländer verteilt wurden, benötigten beim Umsteigen ebenfalls Orientierung. Auch die Fahrschüler, die lange auf ihre Anschlusszüge warten mussten, waren dankbar für die warme Milch oder Schularbeitenhilfe, die sie erhielten.

Heute werden allein reisende Kinder begleitet. Dies ist eine große gemeinsame Aktion der Bahnhofsmission mit der Deutschen Bahn, die unter dem Stichwort "kids on tour" bekannt geworden ist.

Die Deutsche Bahn unterstützt die Bahnhofsmission, indem sie den Mitarbeitenden in den blauen Jacken an jedem Bahnhof Räume zur Verfügung stellt. Die Zusammenarbeit beschrieb der ehemalige  Bahnchef Mehdorn so: "Wenn es die Bahnhofsmission nicht schon gäbe, müsste man sie erfinden."